Unser Baby hat ein Blutschwämmchen - muss ich mir Sorgen machen? Blutschwämmchen der Haut sind sehr häufig und in den meisten Fällen unbedenklich. Bis zu 10 % aller Neugeborenen sind von diesen Hämangiomen (Blutgefäßgeschwülsten) betroffen. Oft leidet anfangs die Familie unter eigentlich völlig harmlosen Blutschwämmchen und an lästigen Fragen der Umgebung. Später können Hänseleien das betroffene Kind psychisch stark belasten.
Blutschwämmchen können auf allen Stellen der Haut und auch im Inneren des Körpers vorkommen. In der Regel werden die Blutschwämmchen bald nach der Geburt entdeckt. Anfangs sind sie nur einige Quadratmillimeter bis -zentimeter groß, zunächst flach und rosa. Dann beginnen sie zu wachsen. Sie werden größer, dicker und kräftig rot bis blaurot. Deshalb wird das Blutschwämmchen auch als Erdbeer-Mal (strawberry mark) bezeichnet. Im Verlauf von Jahren werden die allermeisten auch ohne jede Behandlung zunächst wieder blasser und bilden sich dann völlig oder zumindest teilweise zurück. Oft zeigt nur eine schlaffe, verdünnte Stelle der Haut noch nach Jahren, wo einst ein Blutschwämmchen bestanden hatte.
Es gibt aber auch Blutschwämmchen, die auf jeden Fall behandelt werden sollten. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sich das Blutschwämmchen
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tief in den Körper ausdehnt
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oder durch starkes Wachstum beispielsweise an Augen, Nase, Lippen, Gelenken oder im Genitalbereich zu Fehlbildungen führt.
Deshalb sollte jedes Blutschwämmchen möglichst frühzeitig einem erfahrenen Hautarzt vorgestellt werden, der eine exakte Diagnose stellt und hinsichtlich des weiteren Vorgehens berät. Wir haben hier im Dermatologischen Zentrum Berlin eine spezielle Blutschwämmchensprechstunde eingerichtet, die regelmäßig dienstags stattfindet. Besonderen Wert legen wir auf wenig belastende diagnostischen und therapeutische Methoden.
Blutschwämmchen weisen insbesondere in den ersten Lebensmonaten ein phasenhaftes Wachstum auf. Später bilden sich im anfänglich weichen Gewebe immer mehr Fasern. Deshalb sind wir bemüht, möglichst frühzeitig zu behandeln, spätestens vor Beginn des zweiten Lebensjahrs.
Auch bei kleinen, flachen Blutschwämmchen ist eine Behandlung anzuraten,
- um das Wachstum vorbeugend zu stoppen
- wenn das Blutschwämmchen auffällig wächst
- wenn es bis in das Unterhautfettgewebe oder noch tiefer reicht oder
- wenn es sich an gut sichtbaren Stellen wie Gesicht oder Händen befindet.
Text: H. Meffert
Laserstrahlung und Narkose sind bei der Behandlung von
Blutschwämmchen meist entbehrlich
Über Blutschwämmchen und deren Behandlung
haben wir bereits berichtet. Siehe „Unser Baby hat ein Blutschwämmchen - muss
ich mir Sorgen machen?“.
In letzter Zeit häufen sich Anfragen, ob Blutschwämmchen in
Narkose und mit hochenergetischer Laserstrahlung behandelt werden sollten. Die
Antwort ist eindeutig. Meist ist das nicht erforderlich. Das Blutschwämmchen
(auch einfach Hämangiom, Frühkindliches Hämangiom, Heamangioma cavernosum oder
strawberry mark genannt) bedarf nur
in besonderen Fällen derart massiver Behandlung. Für Diagnose und Behandlung
sind die Krankheitsgeschichte und die genaue Untersuchung ausschlaggebend.
Und wenn es sich
denen zufolge um ein unbedenkliches Blutschwämmchen handelt, dann sollte mit
dem Arzt besprochen werden, ob und in
welcher Weise behandelt wird. Viele einfache Blutschwämmchen bedürfen überhaupt
keiner Behandlung, andere sollten oder müssen behandelt werden.
Die
Behandlungsmöglichkeiten reichen von der Kälteanwendung (Kryotherapie) über
Laserstrahlen und Medikamente bis zur operativen Entfernung. Einzelheiten
hierzu können in der einschlägigen gemeinsamen Leitlinie der Deutschen
Dermatologischen Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie
und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (Hemangiomas in
infancy and childhood. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
4 [Band 6]; 2008: 324-329) nachgelesen werden. Dort heißt es, dass die
Ergebnisse der Kryotherapie mit denen der Laserstrahlenbehandlung vergleichbar
sind.
Text: H. Meffert
5/2009
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