Kopfläuse sind seit Jahrtausenden unerwünschte „Mitbewohner“ des Menschen. Es gibt noch andere Arten von Läusen (Filzläuse und Kleiderläuse), die viel seltener sind und hier nicht besprochen werden sollen. Wo kann man sich Läuse einfangen?
Dort, wo sich viele Menschen auf engem Raum zusammen aufhalten und ihre Köpfe gewollt oder ungewollt zusammenstecken, wandern die Läuse gern von einem zum anderen. In Kindergärten und Schulen gibt es oft nach den Ferien regelrechte Läuseinvasionen. Aber auch im Bus, im Kaufhaus, im Kino und eigentlich überall kann man sich eine Laus einfangen. Nicht zu vergessen sind gemeinsam benutzte Kämme, Kuscheltiere, Decken und Mützen. Die gute Nachricht ist, dass Haustiere keine Kopfläuse übertragen.
Wie machen sich Läuse bemerkbar?
Läuse saugen täglich mehrmals Blut. Dabei gelangt Speichelsekret in die Haut. Die Kopfhaut kribbelt und juckt. Im Laufe von Tagen oder Wochen wird das Jucken immer stärker. Wenn es juckt, dann kratzt man sich. Ständiges Kratzen führt zu Verletzungen der Haut und oft auch zu Ekzemen und bakteriellen Superinfektionen. Betrachtet man die Kopfhaut, sieht man insbesondere im Nackenbereich und an den Schläfen gerötete Flächen und oft auch verschorfte Kratzspuren. Manchmal findet man eine krabbelnde Laus. An den Haaren kleben häufig Nissen. Das sind Eier, die die Läuse ablegen und aus denen nach sieben Tagen Larven schlüpfen. Nach zehn Tagen entwickeln sich aus den Larven geschlechtsreife Läuse, die wiederum Nissen an die Haare kleben. Eine Laus lebt bis zu drei Wochen und produziert 100 bis 150 Nissen.
Was sollte man unternehmen, wenn die Kopfhaut juckt?
Nicht jedes Jucken der Kopfhaut ist auf Läusebefall zurückzuführen. Die Kopfhaut kann auch bei Ekzemen, Schuppenflechte und anderen Hautkrankheiten jucken. Sicherheit bringt hier die Untersuchung beim Hautarzt. Von der Anwendung von Läusemitteln ohne vorherigen Läuse-nachweis wird abgeraten.
Wie bekommt man die Läuse weg?
In Deutschland sind Präparate, die Allethrin, Lindan oder Permethrin enthalten, zur Anwendung an der Kopfhaut zugelassen. Wichtig ist, dass die Anwendung genau nach Vorschrift erfolgt und nach 8 Tagen wiederholt wird. Mit einem Nissenkamm werden die Eier von den Haaren entfernt.
Kleidung, Bettwäsche und Handtücher werden bei 60°C gewaschen. Nicht Waschbares kann bei –18°C über 24 Stunden eingefroren werden. Alternativ kann nicht Waschbares auch in gut verschlossenen Plastiktüten vier Wochen gelagert werden.
Und noch ein Tipp
Läuse zu haben, ist keine Schande und kein Zeichen von Unsauberkeit. Fair verhalten sich diejenigen, die ihren Kontaktpersonen von den Läusen erzählen und sie auf das Problem aufmerksam machen. Ansonsten kann es leicht passieren, dass man sich nach erfolgreicher Behandlung der eigenen Kopfhaut schnell wieder neue Läuse einfängt.
Text: E. Rowe
Interessante Informationen finden Sie auch hier.
Impressum