Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis ist die Neigung der Haut, auf alles und nichts überschießend zu reagieren. Es ist eine Anpassungsstörung an die Umwelt. Neurodermitis kann zu jeder Zeit im Leben auftreten und zu jeder Zeit auch wieder verschwinden. Kleinkinder mit Neurodermitis müssen als Erwachsene nicht unbedingt davon betroffen sein.
Was tritt oft gemeinsam mit Neurodermitis auf?
- Heuschnupfen
- Allergisches Asthma
- Allergische Bindehautentzündung der Augen
- Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut (Bauchschmerzen, Koliken, Durchfälle)
Das alles zusammen bezeichnet man auch als Atopie-Syndrom.
Behandlungsstrategien
Die Therapie erfolgt immer stadiengerecht.
Zum Beispiel:
- trockene Haut ohne Zeichen der akuten Entzündung: pflegende Salben oder Cremes, evtl. mit Harnstoff
- Entzündungen: kortisonhaltige Salben oder Cremes, Teer, Ichthyol, Eichenrindenextrakt, extrakt,UV-Licht*, Immunmodulatoren**
- Infektionen: Antibiotika
- Nässende Ekzeme: Eichenrindenextrakt, Kortison, feuchte Umschläge. UV-Licht*
- Juckreiz: juckreizlindernde Tabletten oder Tropfen, UV-Licht*
Neurodermitis und Ernährung
Neurodermitis bedeutet nicht unbedingt, dass eine Allergie gegenüber Nahrungsmitteln vorliegt. Wer feststellt, dass seine Neurodermitis immer nach dem Genuss bestimmter Speisen schlechter wird, sollte auf diese Speisen verzichten. Bestimmte Nahrungsmittel fördern den Juckreiz und können entzündete Haut noch schlimmer machen: Zitrusfrüchte, Alkohol, scharfe Gewürze.
Was kann einen Neurodermitis-Schub auslösen?
- Wetter: Neurodermitis ist nicht gleich Neurodermitis. Manchen Betroffenen geht es im Sommer bei großer Hitze besser, andere fühlen sich in der kühleren Jahreszeit wohler.
- Stress
- Schwitzen
- …
Nützliche Tipps
- Kleidung: Bevorzugen Sie Textilien mit glatter Oberfläche. Achten Sie darauf, dass die Textilien nicht so eng anliegen. Beispielsweise können Strumpfhosen für kleine Kinder eine Qual sein.
- Waschen: Benutzen Sie rückfettende Syndets anstelle von Seife. Gönnen Sie sich ab und zu ein Ölbad. Cremen Sie die Haut nach dem Waschen, Duschen oder Baden ein. Lassen Sie sich über geeignete Cremes beraten.
- Urlaub: Allergenarme Luft, Sonne und kühler Wind wirken sich meist günstig auf die Neurodermitis aus. Verbringen Sie deshalb Ihren Urlaub im Hochgebirge oder am Meer.
- Wohnen: Kühle Raumtemperaturen sind angenehmer als überheizte Räume. Sorgen Sie für optimale Luftfeuchtigkeit. Schlafen Sie in Betten aus synthetischen Materialien, die waschbar sind. Aus allergologischer Sicht sind Fußböden aus Fliesen oder PVC optimal. Leider tanzen hier die Staubflocken schon kurze Zeit nach der Reinigung des Bodens. Textile Beläge aus synthetischem Material binden den Staub. Beim Kauf eines Staubsaugers sollten Sie sich für ein Modell ohne Tüten mit auswaschbarem Staubbehälter entscheiden.
- Haustiere: Wenn es denn unbedingt sein muss, dann bitte keine Katzen oder Meerschweinchen. Relativ oft kommt es im Laufe der Zeit zu Allergien.
* UV-Licht
Langwelliges UV-Licht wirkt stark antientzündlich. Herkömmliche UV-Therapien haben den Nachteil, dass die Haut erhitzt wird. Es kommt zum Schwitzen. Dadurch kann die Neurodermitis sogar schlimmer werden. Bei der UVA-1-Kaltlicht-Therapie ist es gelungen, die Infrarot-Hitzestrahlung gänzlich herauszufiltern. Die Haut bleibt kühl. Ebenso sind die Lichtanteile, die die Haut verbrennen (UVC, UVB, kurz- und mittelwelliges UVA), nicht vorhanden.
** Immunmodulatoren
Neuerdings werden Wirkstoffe, die sich seit langem in der Transplantationsmedizin bewährt haben, auch zur Behandlung der Neurodermitis eingesetzt.
Text: E. Rowe
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