Wie kam der Hautpilz nach Europa? Mentagra – die Bartflechte
In den der Medizin gewidmeten Büchern der „Naturalis historia“ des Cajus Plinius Secundus (23 in Como-79) Major, der Ältere genannt, treffen wir auf zahlreiche Benennungen dermatologischer Krankheitsbilder. Er beschreibt auch die Mentagra, die durch einen römischen Ritter aus Perusia, der als quaestorianischer Schreiber in Asien war, unter der Regierung des Tiberius Claudius Caesar (14-37 v. Chr.) aus Asien eingeschleppt worden war und wegen der Sitte der Römer, sich beim Gruß zu umarmen, eine große Verbreitung, unter besonderer Erfassung der Bartgegend, angenommen hatte.
Aus: Walter Schönfeld. Kurze Geschichte der Dermatologie und Venerologie und ihre kulturgeschichtliche Spiegelung. Theodor Oppermann Verlag, Hannover-Kirchrode, S. 21, 1954
Die Hautpilzerkrankungen waren dann über Jahrhunderte in Europa eher selten. Jetzt ist insbesondere der Fußpilz eine Hautkrankheit, die kaum einen verschont. Hautpilze lieben warme, feuchte, zarte Haut. Ihre massenhafte Verbreitung sollen wir den Stiefel tragenden Bergleuten und den großen Armeen verdanken.
Text: H. Meffert