Die Grenze zwischen normalem und übermäßigem Schwitzen ist fließend und daher wird es wohl immer problematisch sein, die Diagnose Hyperhidrosis = übermäßiges Schwitzen zu stellen. Wer Ausdauersport betreibt freut sich, wenn er nach zehn Minuten anfängt zu schitzen. Das Schwitzen zeigt an, dass der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft. Anders ist es in Stresssituationen. Im beruflichen Kontakt mit dem Chef, mit Mitarbeitern oder mit Kunden wird das Schwitzen meist als lästig empfunden. Wenn es soweit geht, dass am Kostum oder am Anzug Schwitzflecken sichtbar werden, ist die Schmerzgrenze erreicht. Das körperliche Defizit, auf Stress nicht angemessen reagieren zu können, schlägt sich in Unsicherheit im auftreten nieder. Auch wenn man es selbst mehr merkt als alle anderen - es hemmt einen in der beruflichen und privaten Karriere. Und man fühlt sich schlecht. Was kann man tun?
Deodorantien, die Aluminiumchlorid enthalten, mindern die Schweißbildung. Wenn das nicht hilft, kann man es mit pflanzlichen Mitteln (z.B. Salbei-Tee) oder ärztlich verordneten Tabletten versuchen. Leider machen solche Tabletten meist nebenbei müde. Manchmal bringt auch die Iontophorese Erfolge. Hierbei wird versucht, die Schweissdrüsen in ihrer funktion zu reduzieren. Die Behandlung ist relativ aufwendig, weil sie täglich durchgeführt werden muss und ein spezielles Gerät erfordert.
Moderne und wirkungsvolle Alternativen
Die axillären Schweissdrüsen können operativ entfernt werden. Damit ist das Problem für alle Zeiten gelöst.
Mit Botulinumtoxin ist es möglich, Schweissdrüsen im Bereich der Achseln, der Handteller und Fußsohlen auf ein Minimum zu reduzieren oder ganz auszuschalten. Der Effekt hält etwa ein halbes Jahr vor. Botulinumtoxin wird in die Haut eingespritzt. Unter den Achseln ist das meist unproblematisch. an Handtellern und Fußsohlen sind die Spritzen sehr schmerzhaft, wodurch die Behandlung nur mit Betäubung möglich ist.
Text: E. Rowe
Hilfe bei übermäßigem Schwitzen
Jetzt im Sommer fließt der Schweiß manchmal in Strömen. Das ist zwar oft unangenehm, aber wichtig, um den Körper vor Überhitzung zu schützen. Von übermäßigem Schwitzen spricht man, wenn die Haut bei Nervosität, Stress und selbst ohne ersichtlichen Grund zu viel Schweiß bildet. Meist sind die Achselhöhlen, weniger häufig die Hand- und Fußsohlen oder sogar der ganze Körper betroffen. Normale Deo-Sprays und -Roller helfen nur begrenzt. Medizinische Deos können mehr. Sie enthalten Aluminiumsalze, die die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen blockieren. Autogenes Training oder andere Entspannungsübungen helfen zusätzlich. Ein hocheffektives modernes Verfahren gegen übermäßiges Schwitzen ist die Behandlung mit Botulinum-Toxin. Dieses äußerst wirksame Gift wird - genau dosiert - direkt unter die Haut der Achselbereiche gespritzt. Es blockiert dort ganz gezielt die Nerven, die die Schweißproduktion anregen. Die Wirkung hält 5-6 Monate an. Bei extremem Schwitzen können eine medikamentöse Therapie und eine operative Entfernung der Schweißdrüsen in den Achseln angezeigt sein.
Text: G. Kolde
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