Sonnenallergie und Mallorca-Akne Immer wieder wird es Frühling und damit auch sonniger. Denn Sonnenschein ist etwas sehr Erfreuliches. Oder fallen Ihnen beim Stichwort Sonnenschein nur die Schlagworte Hautkrebs und Hautaltern ein?
Im Verlauf der Menschwerdung hat sich die Haut an die Sonne gewöhnt. Doch soll man mit dem Sonnenschein vernünftig umgehen. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Goldener Mittelweg. Und immer schön langsam mit die junge Pferden. Diese Binsenweisheiten gelten auch für den Umgang mit der Sonne.
Als die Leute noch mit den Hühnern aufstanden und zu Bette gingen, und viel mehr Zeit an der frischen Luft verbrachten, gewöhnten sie sich ohne eigenes Zutun an den nach dem Winter immer stärker werdenden Sonnenschein. So einfach haben wir es nicht mehr. Dank technischem Fortschritt und Massentourismus sind wir jetzt in der Lage, unsere Haut mittels künstliche erzeugter UV-Strahlen oder durch Reisen in sonnenreiche Gegenden schlagartig unangemessen großen Mengen von UV-Strahlen aussetzen zu können. Seit Jahrtausenden war die Haut nach jedem Winter behutsam auf die sommerliche Lichtfülle vorbereitet worden. Kein Wunder, dass sie uns die überfallsartige Überbesonnung Übel nimmt. Das äußert sich in lästigen Pickeln, die als Sonnenallergie oder Mallorca-Akne bezeichnet werden und nicht gerade zur Urlaubsfreude beitragen.
Was tun? Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten. Gern können wir das mit Ihnen besprechen. Hier möchten wir Sie auf die Methode der Lichtgewöhnung (Photokonditionierung, light hardening, Lichtabhärtung) hinweisen. Das ist ein der Natur abgelauschtes Verfahren, das ohne Medikamente auskommt, dafür aber etwas Zeit kostet. Durch regelmäßige Bestrahlung mit einem sanften Spektrum (wenig UV, etwas sichtbares Licht, viel Wärmestrahlung) wird die Haut vorbereitet.
Eine solche Behandlung sollte im Frühjahr oder 4-8 Wochen vor dem Sonnenurlaub beginnen. Für diese Vorgehensweise hat sich die Bezeichnung Vorbräunen eingebürgert. Diese ist nicht ganz korrekt. Ihre Haut wird auf die künftige Lichtfülle vorbereitet, dabei aber so vorsichtig bestrahlt, dass sie nicht oder kaum bräunt.
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Was ist Sonnenallergie?
Die Bezeichnung ist nicht ganz korrekt aber allgemein üblich. Es sind mehr oder weniger rötliche, juckende Flecken, Knötchen oder Bläschen, die wenige Tage nach der ersten intensiven Besonnung der Saison vor allem im Dekolleté, seitlich an den Oberarmen, auf den Handrücken, Oberschenkeln und an den seitlichen Gesichtspartien auftreten. Typischerweise erscheinen sie Stunden bis Tage nach einem der ersten Sonnenbäder der Saison. Auf ständig dem Licht ausgesetzten Stellen wie Gesicht und Handrücken sind die Flecken, Knötchen oder Bläschen in der Regel flacher und blasser. Jeder Fünfte erkrankt an Sonnenallergie, Frauen neunmal häufiger als Männer.
Gab es Sonnenallergie schon früher?
Ja, sehr selten. Man nannte sie polymorphe Lichtdermatose.
Was ist Mallorca-Akne?
Es sind lästig juckende, etwas rauhe Knötchen, die ebenfalls wenige Tage nach der ersten intensiven Besonnung Haut aufschießen. Vor allem werden talgdrüsenreiche Stellen befallen: Gesicht, Rücken und seitliche Flächen der Oberarme.
Gab es auch Mallorca-Acne schon früher?
Ja, aber sehr selten und nur im Hochsommer. Man nannte sie Acne aestivalis. Dabei bedeutet Acne soviel wie Spitze oder Gipfel. Damit war die Form der Pustel oder der Gipfel des Lebens gemeint. Aestivalis heißt sommerlich.
Text: H. Meffert
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